Schule für Altenpflege

Einblicke in die Altenpflege

Gute Aussichten!

Altenpflegerinnen und Altenpfleger werden für unsere Gesellschaft zunehmend wichtiger. Der demografische Wandel in Deutschland zeigt, dass die Menschen immer älter werden. Mit zunehmendem Alter sind sie oft auf Unterstützung oder Pflege angewiesen. Die Altenpflege gehört somit zu den Berufsfeldern, die stetig wachsen.

Gut ausgebildete Fachkräfte haben also beste Aussichten auf einen sicheren Arbeitsplatz, der Ihnen weit reichende berufliche Möglichkeiten mit unterschiedlichen Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten bis hin zum Studium eröffnet. Eine Altenpflegeausbildung bei der Bremer Heimstiftung bietet dir eine qualifizierte Grundlage für den Start in den Beruf!

„Der Umgang mit Menschen ist mir sehr wichtig. Ich kann nicht nur am Schreibtisch oder am Computer sitzen.“

Birgit Koch, 46 Jahre, staatl. anerkannte Altenpflegerin im Stiftungsdorf Hemelingen der Bremer Heimstiftung

 

 

Nähe zum Menschen

Sie war schon Rechtsanwalts- und Notargehilfin, Sekretärin und Fitnesstrainerin – doch heute ist Birgit Koch mit Leib und Seele Altenpflegerin. Die Menschen sind es, die es ihr besonders angetan haben. „Spannend sind die Lebensgeschichten der Älteren, man kann viel von ihnen lernen“, findet die 46-Jährige. Sie entschied sich, noch einmal umzusatteln und absolvierte eine Ausbildung zur Altenpflegehelferin beim Deutschen Roten Kreuz (DRK). Während eines Praktikums lernte sie dann die Bremer Heimstiftung kennen – und blieb. Es folgte die Ausbildung zur staatlich anerkannten Altenpflegerin. Heute arbeitet Birgit Koch im Stiftungsdorf Hemelingen.

Einsatz in Teamarbeit

„Wir arbeiten im Team“, erzählt sie. Früh- und Spätschicht gehören ebenso dazu wie Nachtwachen oder Dienst an jedem zweiten Wochenende. Zu Weihnachten und Silvester wird abgewechselt. „Wenn etwas Besonderes ansteht, gibt es aber auch einen Wunschplan, in den man sich einträgt. So kann man tauschen. Zu 98 Prozent klappt das“, sagt Birgit Koch. Beginnt sie morgens mit dem Dienst, steht zunächst die Übergabe der Nachtwache auf dem Programm. In einer täglichen Teamsitzung tauscht man sich zu allen Bewohnern aus, bespricht wichtige Vorkommnisse oder Pläne. Dann warten das Aufstehen, Waschen und Frühstücken sowie die Medikamentengabe an die Bewohner.

Mehr als Waschen und Essen reichen

Als Altenpflegerin trägt Birgit Koch die Verantwortung  für die Medikamentengabe, setzt Spritzen oder wechselt Verbände, stimmt sich mit behandelnden Ärzten ab und berät oder begleitet Angehörige. Doch nicht nur das. Für sechs der Bewohner auf der Pflegestation des Stiftungsdorfes Hemelingen ist sie ausgewählte Ansprechpartnerin, führt die Pflegedokumentationen und übernimmt die Pflegeplanung. Wichtig sei ihr, die Bewohner und ihre Gesundheit genau zu beobachten, um zu sehen, was sie selbst noch können oder was zu tun ist, um Fähigkeiten zu erhalten oder vielleicht auch zurück zu gewinnen, erklärt Birgit Koch.

Nachwuchs anleiten und weiter lernen

Darüber hinaus betreut die Altenpflegerin derzeit zwei Schülerinnen in der praktischen Ausbildung als Praxisanleiterin. „Mein Wissen gebe ich gerne weiter“, sagt sie und möchte selbst ebenfalls stetig weiter lernen. „Die Bremer Heimstiftung bietet gute Aufstiegschancen und Weiterbildungsmöglichkeiten", findet Birgit Koch. Im Moment absolviert sie eine Ausbildung zur Wundmanagerin.

„Die verschiedenen Altersstufen der Menschen halten einander für verschiedene ‚Arten’. Alte haben gewöhnlich vergessen, dass sie jung gewesen sind, oder sie vergessen, dass sie alt sind, und Junge begreifen nie, dass sie alt werden können“

Hasan Sen, 32 Jahre, staatlich examinierter Altenpfleger und Wohnbereichsleiter

Körperpflege gehört dazu

Nagel-, Mund- und Zahnpflege, Waschen, Duschen oder Haare trocknen und Medikamente geben – Hasan Sen zählt gern auf, welche Aufgaben ihn morgens erwarten, wenn er die Bewohnerinnen und Bewohner der K&S Seniorenresidenz Bremen-Findorff herzlich begrüßt. Dabei spart er auch schwierige Themen wie die Gabe von Sondenkost oder Sterben - Tod nicht aus, aber: „Mit Menschen arbeiten, nicht mit Gegenständen, das ist mir wichtig“, erzählt der 32-Jährige. Sein früherer Job als Objektleiter in der Gebäudereinigung habe ihn einfach nicht erfüllt, daher der Wechsel und die Ausbildung zum staatlich anerkannten Altenpfleger in der Schule für Altenpflege der Bremer Heimstiftung. Und Hasan Sen denkt bereits weiter.

Den Wohnbereich im Griff

Derzeit ist er in seinem Haus auch als Wohnbereichsleiter tätig. „Ich arbeite neue Mitarbeiter ein, schreibe Dienst- oder Urlaubspläne oder tausche mich in der Leitungsrunde mit allen führenden Mitarbeitern zu wichtigen Dingen aus, die das ganze Haus betreffen“, erklärt Hasan Sen. Etwa 40 Stunden pro Woche ist er im Einsatz – im Schichtdienst. Zeit, die es ihm immer wieder ermöglicht, sich auch intensiver mit den Bewohnerinnen und Bewohnern auseinanderzusetzen. „Spannend ist wirklich der Erfahrungsaustausch. Einige der Menschen, die bei uns leben, haben beide Weltkriege noch erlebt“, nennt Hasan Sen ein Beispiel.

Zukunftsorientiert gedacht

Seine Familie stammt aus der Türkei. Er selbst wuchs in Deutschland auf. Die Erfahrungen, die Hasan Sen in beiden Kulturen sammeln konnte, möchte er heute aber auch später unbedingt in seine Arbeit einfließen lassen. „Multikulturelle Pflege, muslimische Pflege, das ist es, was ich gerne machen möchte“, sagt er und denkt dabei vor allem an ältere Gastarbeiter aus der Heimat seiner Familie. „Der Bedarf ist da, spätestens in fünf bis zehn Jahren“, schätzt er. Man müsse nur einen Träger finden, der sich engagiert. Bis es soweit ist, hat der staatlich anerkannte Altenpfleger und Wohnbereichsleiter selbst noch viel vor: „Pflegedienstleitung, Heimleitung, Qualitätsbeauftragter, Pflegemanagement oder Pflegewissenschaften sind nur einige Möglichkeiten, um sich in diesem Beruf voll zu entfalten – Stück für Stück ins Glück“.

"In der Pflege gibt es Zukunftsjobs. Da wird niemand arbeitslos. Wenn es dann auch noch Spaß macht, ist es einfach perfekt."

Beata Gaedicke, 32 Jahre, staatl. anerkannte Altenpflegehelferin in der Stiftungsresidenz Marcusallee der Bremer Heimstiftung

Begegnung am Ende des Lebens

„Einfach war das nicht, aber es hat mich stark gemacht“, sagt Beata Gaedicke. Gleich zu Beginn ihrer Ausbildung begegnete die Altenpflegehelferin in der Stiftungsresidenz Marcusallee einer alten Dame, die im Sterben lag. „Ich habe ihre Hand gehalten, Gespräche geführt und ihr Mut zugesprochen. Für mich war es ein schönes Gefühl, einem Menschen in dieser Situation etwas geben zu können“, erzählt sie. Ein Erlebnis, das sie darin bestätigte, beruflich auf dem richtigen Weg zu sein.

Einführung in den Beruf

Seit 11 Jahren lebt die gebürtige Polin in Bremen. Den Tipp für eine Ausbildung in der Schule für Altenpflege der Bremer Heimstiftung bekam sie in der Jobvermittlung des Arbeitsamtes. Mit einer Einführung in das Berufsfeld der Altenpflege, dem so genannten Propädeutikum, startete Beata Gaedicke dann in ihre Ausbildung zur Altenpflegehelferin. Als solche unterstützt sie staatlich anerkannte Altenpflegekräfte, hilft Bewohnern bei der Körperpflege, reicht Essen an, hält ein wachsames Auge auf Veränderungen und führt Gespräche mit Bewohnern oder Angehörigen. „Man weiß zuerst nicht, wen man vor sich hat und trifft viele Schicksale. Den Seemann, den Adeligen oder die Buchhändlerin, die heute eine Demenz hat und viel vergisst. Da muss man auch stark sein“, meint Beata Gaedicke.

Blicke in die Zukunft

Mehr Verantwortung tragen, medizinische Pflege übernehmen und sich weiterbilden – das sind die nächsten Ziele der Altenpflegehelferin. Der erste Schritt dorthin ist die dreijährige Ausbildung zur staatlich anerkannten Altenpflegerin. Diese nimmt Beata Gaedicke jetzt in Angriff, denkt aber auch schon weiter in Richtung Fachpflegerin für Palliative Geriatrie. Wichtig ist ihr, sich stets die Freude am Beruf zu erhalten und auch selbst an später zu denken. „Als Pflegekraft muss man korrekt arbeiten und menschlich in Ordnung sein. Wir werden selber alt und müssen vielleicht einmal gepflegt werden. Wenn man daran denkt, verfällt man nicht in Routine und kann sich besser auf die Menschen und ihre Schicksale einlassen“, sagt sie.